Einsprache gegen den Bau von fünf Kleinwasserkraftwerken zwischen Suhr und Aarau

Hier will die IBAarau die Wasserkraftschnecken platzieren

Hier will die IBAarau die Wasserkraftschnecken platzieren

Bild ZVG Kanton Aargau

Umweltverbände haben eine Einsprache gegen den Bau von fünf Kleinwasserkraftwerken zwischen Suhr und Aarau eingereicht. Sie befürchten, dass die geplanten Wasserkraftschnecken das Wandern der Fische in der Suhre verhindern.

Die Wiederherstellung der freien Fischwanderung habe an der Suhre höchste Priorität, um die Lebensräume der Aare und des Sempachersees zu verbinden. Das teilten die Umweltverbände Aqua Viva, BirdLife Aargau, WWF Aargau und WWF Schweiz am Dienstag mit.

Isolierte Fischpopulation befürchtet

Die geplanten fünf Wasserkraftwerke verhinderten jedoch die freie Wanderung, sagt Tonja Zürcher vom Aargauer WWF. Zwar wären Fischtreppen zur Umgehung der Kraftwerke geplant, aber der geplante Kraftwerktyp würde die Zerstückelung des Lebensraums Suhre weiter fördern.

Die Wasserkraftschnecken hätten scharfe Strukturen an den Schneckengewinden, ausserdem würden Lärm und die engen Platzverhältnisse Fische davon abschrecken die Kraftwerke zu überwinden, so Zürcher. Eine starke Zerstückelung des Lebensraumes habe schwerwiegende Folgen auf die Gewässerökologie.

Die Isolierung der Lebensräume führe dazu, dass die Biodiversität in der Suhre weiter abnehme. Bereits heute seien zwei Drittel aller Fischarten in der Schweiz auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Fischrampen statt Kraftwerke gefordert

Bei einem Verzicht auf die Kraftwerke solle der Kanton die bestehenden Schwellen durch fischgängige Blockrampen ersetzen, fordern die Umweltschützer. Es würde ein frei fliessendes, fischgängiges Vernetzungsgewässer mit ökologischem Mehrwert entstehen.

Die Kosten dafür wären geringer als jene für den Bau der Kraftwerke, die wegen der hohen Produktionskosten nie rentabel seien, halten die Umweltverbände fest.

Strom für 1000 Haushalte

Der Regionale Energieversorger IBAarau will entlang des Flusses Suhre zwischen Suhr und Aarau die fünf Kleinwasserkraftwerke, sogenannte Wassserkraftschnecken, bauen. Die Anlagen sollen den Strombedarf von rund 1000 Haushalten decken.

Geplant sind Wasserkraftschnecken. Ein Schlauchwehr staut das Wasser. Bei Hochwasser kann das Wehr gemäss Angaben des Kantons vollständig abgesenkt werden. Eine erste Anlage dieser Art wurde vor sechs Jahren an der Suhre in Hirschthal in Betrieb genommen.

Für die geplanten Wasserkraftanlagen wählte der Energieversorger IBAarau die Standorte früherer Nutzungen. An den Standorten Siebemättli (Aarau und Buchs), Suhrenmatte, Stampfi, Lochergrien (alle Buchs) und Zopf (Suhr) soll je ein Kleinwasserkraftwerk errichtet werden.

Quelle: SRF

9.8.2017

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