Krankenkassen: 10'500 Aargauer sind auf der schwarzen Liste

Im Kanton Aargau stehen tausende Personen auf der sogenannten schwarzen Liste, weil sie ihre Krankenkassenprämien lange nicht bezahlt haben. 1,6 Prozent der Bevölkerung oder 10'600 Aargauer sind registriert. Nur in Notfällen bezahlt bei ihnen die öffentliche Hand die Behandlungskosten.

Ende 2015 standen im Kanton 10'547 Personen auf der schwarzen Liste der säumigen Prämienzahler. Ein Jahr zuvor waren es noch 7146, wie die Sozialversicherung Aargau SVA in ihrem Jahresbericht schreibt.

Diese Liste besteht seit Mitte 2014. Personen, die dort aufgeführt sind, sind mit einem Leistungsaufschub belegt. Sie müssen ihre medizinischen Ausgaben selbst tragen. Nur bei Notfällen erhalten sie finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand.

Höhere Ausgaben für Prämienverbilligung</h1>Im Kanton Aargau haben im vergangenen Jahr zudem weniger Personen eine Verbilligung der Krankenkassenprämien erhalten als 2014. Die Zahl der Bezüger sank um 1,6 Prozent auf 171'485 Personen. Die Gesamtsumme stieg jedoch um 20 Millionen auf 293,8 Millionen Franken.Der Grund für den Rückgang ist die Folge eines politischen Entscheids. Im Aargau wurde die Richtprämie für Erwachsene auf 3280 Franken gesenkt und der Einkommenssatz auf 11,5 Prozent erhöht. Die Hürde für den Erhalt einer Prämienverbilligung wurde also höher gehängt.26,2 Prozent der im Kanton lebenden Personen bezogen 2015 eine Prämienverbilligung, wie die Sozialversicherungsanstalt Aargau am Donnerstag weiter mitteilte.Die Ausgaben für die Verbilligung stiegen um 7,8 Prozent auf 293,8 Millionen Franken. Ein Bezüger oder eine Bezügerin erhielt im Durchschnitt 1713 Franken. Dieser Betrag liegt unter dem schweizerischen Durchschnitt von 1828 Franken (Stand 2014).In diesem Jahr erhalten 59'100 Personen eine Prämienverbilligung. Die SVA hiess 78 Prozent der eingereichten Gesuche gut.

Allgemein mehr Ausgaben, ausser bei IV

SVA-Direktorin Nancy Wayland Bigler zeigte sich mit dem Geschäftsjahr 2015 insgesamt zufrieden. Sie sprach vor den Medien von einem «soliden Ergebnis». Die SVA richtete im vergangenen Jahr insgesamt Leistungen im Umfang von über 2,3 Milliarden Franken an Bevölkerung und Wirtschaft aus.

Der Trend bei allen Sozialversicherungen wie AHV, Ergänzungsleistungen, Familienzulagen und Mutterschaftsversicherung zeigte auch 2015 in Richtung Anstieg. Einzig bei den IV-Renten verzeichnete die SVA einen Rückgang um 1,7 Prozent auf 227 Millionen Franken. 10'544 Personen erhielten eine IV-Rente.

Ein Schwergewicht setzt die SVA bei der IV auf die Wiedereingliederung. Dank Umschulungen oder Einarbeitungszuschüssen seien 1864 Eingliederungen erfolgreich gewesen, hiess es.

Die Zahl der Bezüger von Ergänzungsleistungen stieg um 0,7 Prozent auf 17'669 Personen. 234,6 Millionen Franken wurden ausbezahlt.

Weniger Verdachtsfälle auf Versicherungsmissbrauch

Auch 2015 bekämpfte die SVA den Missbrauch. Die Zahl der Verdachtsfälle sank um 23 auf 163. Es kam zu 24 externen Observationen und zu einer Strafanzeige. 33 Renten wurden aufgehoben. Gemäss SVA führten die Kontrollen zu hypothetischen Einsparungen von 13,5 Millionen Franken.

Auf Kurs sieht sich die SVA auch bei der Familienausgleichskasse. Die Beträge wurden per Anfang von 1,45 auf 1,35 Prozent gesenkt. Wenn der Ansatz so bleibe, so werde die Wirtschaft über die kommenden fünf Jahre um 45 Millionen Franken entlastet.

Die SVA führt die Familienausgleichskasse für mehr als 27'000 Arbeitgeber und für knapp 20'000 Selbstständigerwerbende im Aargau. Die Kasse bezahlte 2,7 Millionen Kinderzulagen aus.

2.6.2016

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