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«Der Bundesrat und die Medien» – Grusswort von Bundesrätin Viola Amherd am SwissMediaForum

Eröffnungsansprache von Bundesrätin Viola Amherd, Chefin des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) anlässlich des Schweizer Medienkongresses «SwissMediaForum».

Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrte Verlegerinnen und Verleger

Sehr geehrte Medienschaffende

Sehr geehrte Damen und Herren

Technik sei Dank. So können Anlässe wie das SwissMediaForum auch in Zeiten von Corona durchgeführt werden.

Ich danke Ihnen für die Einladung und freue mich, Sie im virtuellen Raum zu treffen.

Videokonferenzen, Homeoffice und intelligente Assistenten: Die Corona-Pandemie führt zu einem Schub bei der Nutzung der Kommunikationstechnologie.

Sie zwingt uns, Medien, Unternehmen, die Bundesverwaltung und Erwerbstätige, längst überfällige Arbeitsprozesse zu überdenken und anzupassen.

Unsere Art des Arbeitens verändert sich auch durch die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz.

Im Journalismus kommen bereits heute Algorithmen und KI-Anwendungen zum Einsatz.

Ich denke hier an die automatisierte Auswertung und Visualisierung umfangreicher Datensätze. Oder dass Nachrichten und Texte, vor allem in der Sport- und Finanzberichterstattung, von Programmen mit künstlicher Intelligenz erstellt werden.

Die durch künstliche Intelligenz gewonnene Zeit können Journalistinnen und Journalisten nutzen, um noch mehr zu recherchieren und sich vertieft mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Heute kann jeder und jede im Internet, auf Facebook, Twitter usw. publizieren. Umso wichtiger ist die Rolle der Journalistinnen und Journalisten.

Sie müssen die Informationsflut bewältigen, die jeweiligen Aussagen einordnen und auf ihre sachliche Richtigkeit überprüfen.

Ich bin überzeugt, dass für Bürgerinnen und Bürger fundierte und gut recherchierte Artikel wichtig sind, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Von den Medienschaffenden erwarte ich, dass sie die Bevölkerung informieren, durch Kritik und Diskussionen zur Meinungsbildung beitragen.

Wir brauchen mutige, ehrliche und unparteiische Medien, auch wenn sie nicht bequem sind.

Die Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten ist es, kritisch zu hinterfragen, verschiedene Ansichten einzuholen und nachzuhaken. Ereignisse richtig einzuordnen und zu kommentieren.

Das ist nicht einfach: neben dem Sichten der zahlreichen Informationen, muss ein Artikel schnell geschrieben und online veröffentlicht werden.

Schnelligkeit und Quantität dürfen meiner Meinung nach jedoch nicht auf Kosten der Qualität geschehen.

Die Menschen müssen darauf vertrauen können, dass ein Artikel recherchiert ist und dass die verschiedenen Meinungen korrekt abgebildet werden.

Die Medienbranche muss es schaffen, schnelle Online-Berichterstattung und gut recherchierten Hintergrundjournalismus unter einen Hut zu bringen.

Eine sachliche, transparente und verständliche Berichterstattung ermöglicht es der Bevölkerung, sich eine eigene Meinung zu bilden und ihre Rolle in der direkten Demokratie wahrzunehmen.

Damit die Bevölkerung auch über die Entscheide des Bundesrates und der Verwaltung informiert wird, sind wir auf die Medien angewiesen!

Sie «transportieren» die Informationen über laufende Geschäfte, Projekte usw. Es ist deshalb wichtig, dass Sie die benötigten Auskünfte erhalten und Ihre Nachfragen kompetent beantwortet werden.

William Perry, ehemaliger amerikanischer Verteidigungsminister, sagte es so: «Mit Journalisten ist es wie mit Krokodilen. Man muss sie nicht lieben, aber füttern.»

Mit «füttern» meine ich jedoch nicht, dass Geschäfte noch vor ihrer Behandlung im Bundesrat geleakt werden… Obwohl es manchmal ganz bequem ist, bereits vor der Bundesratssitzung zu lesen, was wir entscheiden werden.

Im Ernst, ich frage mich jeweils, ob Artikel über «geleakte» Geschäfte der Bevölkerung einen Mehrwert bringen!

Oder geht es nur darum, als erstes Medium eine vertrauliche Information veröffentlichen zu können und so «Klicks» zu generieren?

Mir ist bewusst, dass die Verlegerinnen und Verleger vor grossen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen.

Gemäss der WEMF-Statistik ist die Inseratewerbung in den Printmedien seit März 2020 um 110 Millionen Franken zurückgegangen.

Das bedeutet für viele Verlegerinnen und Verleger, dass sie teilweise massive Sparmassnahmen ergreifen müssen.

Es sieht auch nicht danach aus, dass sich die Situation in naher Zukunft verbessern wird, haben doch zahlreiche Unternehmen ihre Werbebudgets gekürzt.

Der Bundesrat weiss um die Sorgen der Medienbranche und deren zentrale Bedeutung für unsere Demokratie.

Er hat deshalb im April ein umfassendes Massnahmenpaket an das Parlament verabschiedet.

Neben dem Ausbau der indirekten Presseförderung hat der Bundesrat auch eine Unterstützung von Online-Medien sowie allgemeine Massnahmen zugunsten der elektronischen Medien vorgeschlagen.

Die Vorlage wird nun vom Parlament behandelt.

Für das Funktionieren unserer direkten Demokratie sind die Medienvielfalt und die Unabhängigkeit der Medien als vierte Gewalt unabdingbar.

Das muss auch bei der Medienförderung beachtet werden.

Die Bevölkerung will über Aktuelles sachlich und umfassend informiert sein. Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf die Berichterstattung in den Medien verlassen können.

Die Medien haben eine grosse Verantwortung.

Sie beeinflussen und kontrollieren die öffentliche Debatte.

Sie entscheiden, über welche Themen sie berichten und welche nicht von Interesse sind. Und auch, wer zu welchen Themen befragt wird.

Künstliche-Intelligenz-Technologien unterstützen Sie bei Ihrer Arbeit. KI-Systeme können jedoch keine Verantwortung übernehmen.

Es sind immer Menschen, die einordnen und abwägen und für den veröffentlichten Artikel geradestehen müssen.

Verantwortung übernehmen und sich, seine Arbeit und Entscheide immer wieder selbstkritisch hinterfragen, gilt für Politikerinnen und Politiker genauso wie für Medienschaffende.

Unser Ziel muss es sein, die Menschen in unserem Land transparent und kompetent zu informieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind wir, die Medienschaffenden und die politischen Behörden aufeinander angewiesen.

Ich freue mich auf eine weiterhin spannende und bereichernde Zusammenarbeit. So gesehen, kann ich das Zitat von Agatha Christie nicht unterschreiben, die sagt: «Ich habe Journalisten nie gemocht. Ich habe sie alle in meinen Büchern sterben lassen.»

Quelle: VBS

9.11.2020

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