+41 62 746 00 30 AL-KU FENSTERTECHNIK AG ZOFINGEN, Riedtalstrasse 7a, 4800 Zofingen

Bonobo Bili im Zoo Wuppertal: Erst Prügel, dann Sex

Bonobo Bili und Muhdeblu

Bonobo Bili und Muhdeblu

So geht das bei den Bonobos: Probleme werden mit Sex gelöst. Bild ZVG Zoo Wuppertal

Die positive Entwicklung bei der Eingewöhnung des zehnjährigen Bonobo-Mannes Bili hält an. Seit mehr als zwei Wochen befindet er sich wechselweise und in unterschiedlichen Konstellationen zusammen mit anderen Gruppenmitgliedern, um die sozialen Beziehungen zwischen den Tieren zu stärken. Zuletzt waren dies überwiegend der 55 Jahre alte Bonobo-Mann Mato sowie das achtzehnjährige Weibchen Muhdeblu und ihre fünfjährige Tochter Akeena, mit denen er aktuell vergesellschaftet ist.

Wie erhofft lässt sich eine deutliche Entspannung in der Bonobo-Gruppe beobachten und die sozialen Bindungen zwischen Bili und den Bonobos, mit denen er zusammen ist, stabilisieren sich offenbar. So spielen Akeena und Bili inzwischen öfter miteinander und Bili zeigt ihr auch, wenn es ihm zu viel wird.

Zwischen Muhdeblu und Bili ist es bereits zu sexuellen Kontakten gekommen. Auch das sogenannte Grooming wird immer wieder beobachtet und die Tiere ruhen mitunter beieinander. Insgesamt wirkt Bili mittlerweile deutlich entspannter, Aggressionen gegen ihn konnten zuletzt nicht mehr beobachtet werden.

Im weiteren Verlauf wird Bili die Gelegenheit bekommen, auch seine Bindung zu anderen Gruppenmitgliedern zu stärken. Ziel bleibt es, ihn in die bestehende Bonobo-Gruppe im Grünen Zoo Wuppertal zu integrieren, wie es von der Spezialistengruppe des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes empfohlen wurde. Der Grüne Zoo steht dabei in ständigem Austausch mit Fachleuten und Institutionen, die über fundierte Kenntnisse zu Bonobos verfügen.

Alle Beteiligten hoffen, dass die erfreuliche Entwicklung in der Zusammenführung der Tiere hält weiter anhält, auch wenn es natürlich immer wieder zu Rückschlägen kommen kann. Innerartliche Aggressionen sind auch in bestehenden Bonobo-Gruppen nicht ungewöhnlich und gehören zum artspezifischen Verhalten dieser Primaten.

Im Freiland werden Bonobos von der Weltnaturschutzorganisation IUCN leider als stark gefährdet eingestuft. Neben dem Verlust ihres Lebensraumes ist die Bejagung eine der größten Bedrohungen der Bonobos, deren Fleisch als sogenanntes „Bushmeat“ sehr begehrt ist. Der Grüne Zoo Wuppertal setzt sich mit der Unterstützung seines Fördervereins, dem Zoo-Verein Wuppertal e.V., und zusammen mit Freilandforschern bereits seit vielen Jahren für die Erforschung und den Schutz dieser Menschenaffen ein, deren Vorkommen auf die Demokratische Republik Kongo beschränkt ist.

Quelle: Zoo Wuppertal

Bilder & Video ZVG: Zoo Wuppertal

3.3.2019

Vorgeschichte

Bonobo Bili und Muhdeblu

Bili war im November vergangenen Jahres aus Frankfurt nach Wuppertal gekommen und sollte dort für Nachwuchs sorgen. Er war von seiner neuen Gruppe zunächst aber nicht akzeptiert worden. Fotos zeigten den Affen blutend mit Bisswunden, ein Teil seines Ohres fehlt.

Das Leiden des blutig gebissenen zehnjährigen Bili hatte viel Mitleid erregt. Tierschützer demonstrierten vor dem Zoo für ihn. Zehntausende unterzeichneten im Internet eine Petition für seine Rettung.

Bild: Bonobo Bili und Muhdeblu: Nach den anfänglichen Streitigkeiten herrscht nun langsam Frieden.

Bonobos: Matriarchat und Sex als Problemlösung

Der Bonobo oder Zwergschimpanse (Pan paniscus) ist eine Primatenart aus der Familie der Menschenaffen (Hominidae). Gemeinsam mit seiner Schwesterart, dem Gemeinen Schimpansen, bildet er die Gattung der Schimpansen (Pan). Beide Spezies sind die biologisch engsten Verwandten des Menschen. Der Bonobo unterscheidet sich äusserlich vom Gemeinen Schimpansen durch deutlich längere Beine, rosa Lippen und ein dunkleres Gesicht. Daneben gibt es zahlreiche weitere physische Unterschiede und im Verhalten. Die Bezeichnung Zwergschimpanse ist irreführend, denn beide Schimpansenarten sind annähernd gleich gross.

Sozialverhalten

Die Sozialstruktur der Bonobos wird als Fission-Fusion-Organisation («Trennen und Zusammenkommen») beschrieben. Das bedeutet, sie leben in Grossgruppen von 40 bis 120 Individuen, die sich oft in Untergruppen von meist 6 bis 23 Individuen aufteilen, um manchmal wieder zusammenzukommen. Im Gegensatz zu den Gemeinen Schimpansen, die eine ähnliche Sozialstruktur aufweisen, sind die Untergruppen der Bonobos grösser, öfter gemischt-geschlechtlich und stabiler. Auch findet man nur selten einzelne Individuen und wenn, dann nur Männchen.

Sowohl die Weibchen als auch die Männchen in einer Gruppe etablieren ihre Rangordnung. Dabei kommt es auch zu aggressiven Interaktionen, die zwar nicht seltener, aber von deutlich geringerer Intensität als bei Gemeinen Schimpansen sind. Bei der Aggressionskontrolle kommt sexuellen Interaktionen eine wichtige Rolle zu. Innerhalb der Grossgruppe bilden die Weibchen den Kern und übernehmen auch die Führungsrolle. Eine Dominanz der Männchen über die Weibchen ist kaum zu sehen, es gibt sogar Berichte über ein ausgesprochen aggressives Verhalten der Weibchen gegenüber den Männchen. Generell sind die Beziehungen zwischen den Weibchen einer Gruppe viel enger als die zwischen den Männchen. Bei den Weibchen ist die gegenseitige Fellpflege (Komfortverhalten) sehr häufig, auch teilen sie öfter die Nahrung miteinander.

Die Männchen hingegen haben wenig Zusammenhalt untereinander, sie pflegen sich seltener gegenseitig das Fell und bilden im Gegensatz zu den Gemeinen Schimpansen keine Allianzen, um ihre Rangstufe in der Gruppenhierarchie zu verbessern. Überhaupt halten die Männchen zeitlebens einen engen Kontakt mit ihrer Mutter aufrecht – sie bleiben im Gegensatz zu den Weibchen dauerhaft in ihrer Geburtsgruppe. Die Stellung der Männchen in der Gruppenhierarchie dürfte auch vom Rang ihrer Mutter abhängen.

Sexuelle Interaktion

Die Interaktionen zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern sind friedlicher als bei anderen Primaten und beinhalten häufig Sexualverhalten. Dies dürfte der Reduktion von Spannungen dienen und wird unabhängig von Alter, Geschlecht oder Rangstufe ausgeübt. Auch das Gewähren sexueller Kontakte im Gegenzug zur Nahrungsabgabe ist verbreitet. Bonobos praktizieren eine Vielfalt von Sexualkontakten, die Tiere kopulieren täglich mit verschiedenen Partnern. Dieser Geschlechtsverkehr erfolgt in unterschiedlichsten Stellungen, anders als beim Gemeinen Schimpansen in einem Drittel der Fälle mit zugewandten Gesichtern. Andere Formen beinhalten gelegentlichen Oralverkehr, das Streicheln der Genitalien und Zungenküsse. Weibchen praktizieren häufig das gegenseitige Aneinanderreiben der Genitalregionen („scissoring“). Dieses Verhalten dürfte der Versöhnung und der Regulierung von Spannungen dienen und auch die hierarchische Rangstufe anzeigen, da es häufiger von rangniederen Weibchen begonnen wird. Auch die Männchen praktizieren manchmal Pseudokopulationen, sie führen – gegenüber an Bäumen hängend – „Fechtkämpfe“ mit ihren Penissen durch oder reiben ihren Hodensack am Gesäss eines anderen Tieres.

Quelle: Wikipedia

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Ohne Zustimmung sind einige Elemente wie Youtube-Videos, Login-Bereich etc. nicht abrufbar.