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Heideschnucken - Die Schwarzen Schafe auf Zeit

Heideschnucken-Babies

Heideschnucken-Babies

Irgendwann wird auch unsere Wolle silbergrau sein. Bild ZVG Zoo Basel

Bei den grauen gehörnten Heidschnucken im Kinderzoo Basel fallen zurzeit drei schwarze Lämmer auf. Die schwarze Färbung ist typisch für die Lämmer dieser Schafrasse. Die Heidschnucke spielt eine grosse Rolle in der Landschaftspflege.

Die drei Mütter Hincha (9), Jula (7) und Haista (7) gebaren in den letzten Wochen je ein Lamm. Der Vater der Jungen ist Schafbock Joki (7). Die schwarzen Lämmer beginnen sich im ersten Lebensjahr allmählich braun zu verfärben. Erst im zweiten Jahr erhalten sie die rassetypische silbergraue Färbung. Die Beine, der Kopf und der Brustlatz bleiben hingegen schwarz.

Bei den Heidschnucken sind beide Geschlechter gehörnt. Die Hörner der Mutterschafe sind nach hinten gebogen und jene der Böcke sind schneckenförmig.

Der Name «Schnucke» stammt vom Mittelhochdeutschen «schnöckern» ab, was «naschen» bedeutet.

Vierbeinige Landschaftspfleger

In der Lüneburger Heide wird die graue gehörnte Heidschnucke seit Jahrhunderten gehalten. Die Schafrasse hat das Landschaftsbild entscheidend geprägt. Täglich wandern sie durch die Heide und fressen die grünen Triebe der Heidepflanzen, worauf die Pflanze neue Triebe bildet und sich so verjüngt. Die Schafe verbeissen zudem junge Bäume und sorgen so dafür, dass die Heide nicht verwaldet.

Win-win-Situation

Wenn die Schafe durch die Heide ziehen, zerstören sie mit ihren Beinen die Spinnweben im Heidekraut. Damit erleichtern sie den Bienen den Zugang zu den Blüten. Die Bienen wiederum sorgen dank der Bestäubung dafür, dass die Nahrungsgrundlage der Heidschnucke erhalten bleibt. So begünstigen sich die Bienen und Schafe gegenseitig.

Ein wichtiger Lieferant in vielerlei Hinsicht

Die Heidschnucke ist eine widerstandsfähige, genügsame Schafrasse. Sie stammt vermutlich von den Mufflons in Sardinien und Korsika ab. Früher wurde sie in grosser Zahl gehalten und war für die Bauern ein wichtiger Lieferant von Fleisch, Wolle und Dünger.

Die Wolle ist längst nicht mehr konkurrenzfähig. Bei der Schur einer Heidschnucke fällt 2 bis 4,5 kg grobe Wolle an, bei einem Merinoschaf kann es bis viermal so viel Wolle in feinster Qualität sein.

Das Fleisch der Heidschnucke wird heute in kleiner Menge als Spezialität vermarktet. Es zeichnet sich durch seinen wildartigen Geschmack aus.

Quelle: Zoo Basel

Bilder ZVG: Zoo Basel

1.9.2019

Steckbrief Heideschnucken

Name

Heidschnucke Ovis ammon aries

Verwandtschaft

Paarhufer Artiodactyla

Verbreitungsgebiet

Norddeutschland

Lebensraum

Heidegegenden

Ernährung

Heidepflanzen, Jungbäume, Gräser, Flechten, Moose, Pilze

Gewicht

Männchen 75 - 80 kg, Weibchen 45 - 60 kg

Tragzeit

140 - 160 Tage

Anzahl der Jungen

1 - 2 Junge

Lebenserwartung

12 - 18 Jahre

Bestand

Haustier

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